Mein Ansatz & meine Haltung

Haltung und Arbeitsweise

Meine Haltung – wie ich arbeite

(und warum das den Unterschied macht)

Je länger ich mich mit Gestalttherapie beschäftigt habe, desto klarer wurde mir: Meine Arbeit hat sich nicht „neu erfunden“. Es kam keine Zaubertechnik hinzu. Stattdessen begann sich etwas zu ordnen. Was vorher oft intuitiv stimmte, bekam Sprache. Was ich als Bauchgefühl kannte, wurde differenzierter. Und vor allem: Ich wurde wacher dafür, wie etwas geschieht – nicht nur was geschieht.

Diese Haltung prägt heute alles, was ich anbiete: Therapie, naturheilkundliche Begleitung, Kurse, Coaching und Unterricht. Nicht als Methode, die man „anwendet“, sondern als innere Orientierung.


Was sich verändert, wenn Haltung bewusst wird

In vielen Bereichen werden Lösungen schnell gesucht: eine Technik, ein Tool, ein Plan. Ich verstehe das. Und zugleich erlebe ich: Nachhaltige Veränderung entsteht oft nicht dadurch, dass man etwas „macht“, sondern dadurch, dass etwas gesehen, gehalten und in einen sicheren Rahmen gestellt wird.

Wenn Haltung bewusst wird, verschiebt sich der Schwerpunkt:

  • weniger „optimieren“
  • mehr wahrnehmen
  • weniger drängen
  • mehr klären
  • weniger vorschnell deuten
  • mehr beim Erlebbaren bleiben

Ein Beispiel: Ein Moment wird still. Der Atem stockt. Jemand wird plötzlich unsicher oder sehr berührt. Früher hätte ich vielleicht schneller „korrigiert“ oder erklärt. Heute bleibe ich häufiger einen Moment länger bei dem, was sich zeigt – ohne es sofort zu einer Aufgabe zu machen.

Was da ist, darf erst einmal da sein.



Kontakt statt Kontrolle – die Basis meiner Arbeitsweise


Im gestalttherapeutischen Denken ist „Kontakt“ zentral: damit ist nicht Harmonie gemeint, sondern die lebendige Berührung an der Grenze zwischen mir und der Welt. Kontakt kann Nähe sein, aber auch Abstand...

Er kann klar sein oder zögerlich. Er kann sich zeigen und wieder zurückziehen.


Für meine Arbeit bedeutet das: Ich orientiere mich nicht an einem Idealzustand („so sollte es sein“), sondern am aktuellen Moment:

Was ist gerade möglich?

Was ist gerade zu viel?

Was braucht Stabilität, bevor es Tiefe verträgt?

Was will nur gesehen werden – und dann wieder gehen?

Hier hat mich Laura Perls stark geprägt: Verantwortung zeigt sich für mich weniger in „Interventionen“, sondern in Timing, Unterstützung und Zurückhaltung. Nicht alles, was möglich wäre, ist auch sinnvoll.

Nicht alles, was berührt, braucht Vertiefung.


Klarer Rahmen – weil Grenzen tragen

Gerade wenn Menschen sensibel sind, viel erlebt haben oder innerlich schnell überfordert werden, ist ein verlässlicher Rahmen nicht „streng“, sondern entlastend.

Deshalb ist Begrenzung ein fester Bestandteil meiner Haltung:

Wir gehen nicht schneller, nur weil es geht.

Wir intensivieren nicht, nur weil es emotional wird.

Wir bleiben beim Auftrag – und klären ihn neu, wenn er sich verschiebt.

Wir achten auf Selbstunterstützung (das Gefühl: „Ich kann das halten.“).


Hier hat mich auch Erving Polster begleitet: Lebendigkeit entsteht nicht durch Machen und Ziehen, sondern durch präsentes Dabeibleiben. Erfahrung darf sich entfalten, ohne dass sie sofort „genutzt“ oder „aufgelöst“ werden muss. Enchantment and Gestalt Therapy

Grenzen sind keine Einschränkung – sie sind Voraussetzung für echten Kontakt.



Wenn sich der Auftrag leise verschiebt


Im Unterricht oder Coaching beginnt es oft klar: ein Lied, Technik, Ausdruck, Präsenz, Atem, Auftritt. Und dann passiert manchmal etwas anderes – leise, zwischen den Tönen:
Jemand stoppt mitten im Satz. Eine Übung gelingt plötzlich (oder gar nicht). Ein alter Gedanke taucht auf. Oder jemand sagt: „Das kenne ich… nicht nur hier.“

Solche Momente sind für mich Schwellen: erhöhte Aufmerksamkeit, aber kein Automatismus.

Dann gilt:

Der ursprüngliche Auftrag bleibt Orientierung.

Ich benenne, was wahrnehmbar ist – ohne Deutung.

Wir entscheiden gemeinsam, ob wir beim Thema bleiben oder den Rahmen klären.

Manchmal bleibt es einfach beim Unterricht. Manchmal wird deutlich, dass ein anderes Setting passender wäre. Beides ist in Ordnung – entscheidend ist die Klarheit.

Nicht jede Schwelle will überschritten werden. Manche möchten einfach gesehen werden.



Drei Settings – drei unterschiedliche Verantwortungen


Damit keine Vermischung entsteht, halte ich die Grenzen meiner Angebote bewusst klar:

1) Unterricht / Coaching

Hier geht es um Entwicklung, Lernen, Ausdruck, Handwerk – und um einen sicheren Raum dafür. Ich arbeite nicht diagnostisch und nicht therapeutisch. Emotionen dürfen vorkommen, aber sie werden nicht „bearbeitet“. Die Arbeit bleibt auf dem vereinbarten Feld.

2) Übergangsfeld (Beratung / Prozessbegleitung)

Wenn persönliche Themen deutlicher mitschwingen, braucht es eine klare Vereinbarung. Dann wird nicht „mehr gemacht“, sondern genauer geklärt: Worum geht es wirklich – und welchen Rahmen braucht es?

3) Therapie

Hier ist der Raum anders: mehr Zeit, andere Verantwortung, andere Tiefe – und ein expliziter Auftrag. Dann kann auch das, was im Alltag nur angedeutet wird, in einem sicheren Rahmen integriert werden.

In allen Settings bleibt die gleiche Grundhaltung: präsent, klar, menschlich – ohne zu vereinnahmen.



Was mir wichtiger ist als „schnelle Ergebnisse“


Ich glaube nicht an schnelle Lösungen als Standard. Nicht, weil Veränderung schwer sein muss, sondern weil echte Stabilität Zeit braucht. Was sich nachhaltig verändern soll, muss meist im Nervensystem, im Körpergefühl, in Beziehungen und im Alltag ankommen.

Darum arbeite ich gern so:

kleine Schritte, die wirklich integrierbar sind

Klarheit statt Überwältigung

Halt statt „Durchbruch um jeden Preis“

Prozessoffenheit – und trotzdem Zielorientierung

Ein Satz, der mir dabei sehr nahe ist:
Manchmal geschieht Veränderung nicht dort, wo etwas hinzugefügt wird – sondern dort, wo etwas endlich gehört werden darf.



Zusammenfassung – die Essenz meiner Haltung


Meine Arbeit ist nicht darauf ausgerichtet, dich zu „optimieren“. Sie ist darauf ausgerichtet, einen Raum zu schaffen, in dem du dich wahrnehmen, sortieren und stabilisieren kannst – und von dort aus neue Schritte gehst.

Präsenz. Klarheit. Dosierung. Beziehung.
Und immer wieder die Frage: Was ist jetzt der stimmige nächste Schritt?


Wenn du spürst, dass du einen verlässlichen Rahmen suchst – mit Ruhe, Klarheit und echter Orientierung – dann lade ich dich ein, Kontakt aufzunehmen. Im Kennenlerntermin klären wir, ob dein Anliegen zu mir passt und welches Setting (Therapie, Coaching oder Kurs) dafür stimmig ist.

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